Wo kommen die Spaghetti,
Makkaroni und die Pizza her die wir heute so gerne essen?Darüber
habe ich mir mal Gedanken gemacht und etwas nachgelesen,
dabei bin ich darauf gekommen, dass die europäische
Kochkunst noch nicht besonders alt ist.
Die
Römer hatten viel Kultur und ausgezeichnete Künstler
aber vom Kochen verstanden sie nichts. Alles wurde gut
durchgekocht, zusammengeschüttet, durchgerührt und mit
erheblichen Mengen von Gewürzen vermischt. Es sollte
nicht zu erkennen sein aus was die Pampe bestand. Das
reichte aber noch nicht, sie schütteten noch
Garum darüber. Eine umwerfende
Soße, die aus faulem Fisch hergestellt wurde.
Als
am 29. Mai 1453 die Osmanen unter Mehmet dem
Eroberer Konstantinopel eingenommen hatten, kam der
Handel mit Gewürzen aus Asien zum Erliegen.
Konstantinopel wurde Hauptstadt des osmanischen Reiches,
das Mittelalter endete und die Neuzeit begann. Christoph
Columbus sollte nun einen Seeweg nach Indien über eine
Westroute finden um die begehrten Gewürze zu besorgen.
Was die Seefahrer im Gefolge von Columbus mitbrachten war
die Tomate. Aber keiner konnte sie in der Küche
verwenden, man hielt sie für nicht essbar, aber eine
schöne Zierpflanze.
Das
alles änderte sich erst als 1474 Maestro Martino, der
erste Meisterkoch, das wohl erste europäische Kochbuch
schrieb:
Vom wahren Genuss und
Wohlbefinden.
.Gutenberg
hatte um 1440 den Buchdruck erfunden.
Hier
endete die grauenhafte Küche der Vergangenheit.. Martino
reduzierte die Gewürze die zu teuer geworden waren und
achtete darauf, dass die Zutaten ihren Eigengeschmack
entwickelten. Unsere Gartenkräuter, die vorher niemand
aß, wie Petersilie, Thymian und Dill fanden ihren Weg in
die Küche. Martino hat damals schon den Vorläufer des
"battuto" erfunden, eine Mischung aus
Karotten, gehackten Zwiebeln, Sellerie und Petersilie.
Ohne den battuto kommt heute die italienische Küche
nicht aus, er ist in unzähligen Gerichten zu finden.
Martino war viele Jahre
Starkoch bei dem lebensfreudigen Kardinal Trevisan in Rom
der viele Päpste zu Gast hatte und die Reichen und
Schönen der damaligen Zeit bewirtete. Die europäischen
Höfe übernahmen die neue Kochkunst. Keine Gelage mehr,
es wurde im kleinen Kreis gespeist.
Aber
was?
Suppen
mit Eifäden gab es, heute Stracciatella genannt und
Aalkuchen und nun kommt es. Martino beschrieb viele
Nudelrezepte, die Pasta etwa für
Spaghetti, Makkaroni oder Ravioli. Die Pasta ist eine der
ältesten Speisen der Menschheit, sie wurde immer frisch
zubereitet. Erst die Araber auf Sizilien, der bunten
Vielvölkerinsel, erfanden eine haltbare Pasta, indem sie
sie trockneten, in der Nähe von Palermo. Aber
Martino kochte die Makkaroni zwei Stunden, er war kein
Freund des "al dente". Die Ravioli
kochte er vier Vaterunser lang, also etwa 5 Minuten, das
geht schon, aber dann schüttete er Zucker drüber. Es
war damals üblich Pasta mit Zucker, Zimt, Butter, Honig
und Käse zu essen. Probiert es aus, süßsauer, gar
nicht so schlecht. Die Chinesen haben das beim
Schweinefleisch also auch nicht erfunden. Aber die Chinesen kannten
schon vor 4000 Jahren die Spaghetti.
Was ist nun mit der Pizza?
Pizza
oder "pita" war schon
immer ein in Öl gebratener Teig, aber nicht mehr. Die
Römer, Etrusker (vor 3000 Jahren ) und Griechen kannten die Pizza, legten
Kräuter und Knoblauchstückchen drauf und gossen
Olivenöl darüber. Erst um 1750 kamen arme Leute darauf,
die neu entdeckten Tomaten dazu Käse und Oregano
draufzulegen. 1830 eröffnete die erste Pizzeria
"Port´Alba" in Neapel, sie gibt es noch heute.
1889 gab es den ersten Pizzadienst mit einer Lieferung an
König Umberto und seine Frau Margherita. Die Frau liebte
die Pizza, belegt mit roten Tomaten, weißem Morzzarella
und grünem Basilikum, den italienischen Nationalfarben.
Daher
wird diese Pizza noch heute Margherita
genannt.
Heute hat
die Pizza und die Pasta die Welt erobert.
Pizza
Margherita